Auf was man so Alles stößt, wenn man AD-Blättchen aus Halle liest!
„1968“ war ein nationalrevolutionärer Aufbruch in der Tradition von „1933“.
Praktischerweise gibt’s da schon eine Entgegnung, und zwar schon etwas länger - aber wer wird sowas schon zur Kenntnis nehmen? Es würd’ einem glatt die Freude am Hetzen nehmen!
»Die Machtergreifung war der Beginn einer Jugenddiktatur«, schreibt er, um gezielt nicht von der antisemitischen Volksgemeinschaft der Deutschen insgesamt zu reden. Dass weder Martin Heidegger noch Carl Schmitt oder Leo Weisgerber, alles drei wesentliche Professoren und Hochschullehrer während des Nationalsozialismus in den Bereichen Philosophie, Rechtswissenschaft und Sprachwissenschaft, jugendlich waren, spielt keine Rolle. Ohne das konservative, reaktionäre und nationalrevolutionäre Milieu der Weimarer Republik wie der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP), dem Stahlhelm, völkischen Bünden und soldatischen ›Kameradschaften‹, Zirkeln wie dem George- oder dem Tat-Kreis, dem alten Reichspräsidenten und Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg sowie den zahlungskräftigen Teilen des deutschen Kapitals wäre es für die NSDAP schwerer gewesen die Macht zu bekommen. Aly ignoriert diese Fakten und setzt lieber Dutschke mit Goebbels gleich. [...] Wenn Aly nun Dutschkes Sprache mit der von Goebbels auf eine Stufe stellt, argumentiert er antisemitisch. Warum? Es ist antisemitisch eine wie immer strukturierte linksradikale Rede eines ‘68ers mit der auf die Vernichtung der Juden zielenden Hetze eines Joseph Goebbels gleichzusetzen. Damit entwirklicht der Historiker den Judenhass der Nazis. [...] Götz Aly, der nur exemplarisch für eine große Tendenz in Deutschland steht, wird zum Bundesverdienstkreuz-tragenden, gleichsam ›modernen‹ Vertreter eines »soft-core denial« der Shoah. Wer den Unterschied zwischen der Bücherverbrennung vom 1933 und der (auch militanten) Kritik an der Hetze der Springer-Presse gegen die Antiautoritären und ›Ungewaschenen‹ im Jahr 1968 nicht kennt, sollte von der Analyse der Judenverfolgung im Nationalsozialismus schweigen.
Dass die Lektüre zu einem Umdenken führt, darf bezweifelt werden, wirkt doch das Gleichsetzen von 1968ern/Kapitalismuskritik/sozialen Bewegungen … mit dem Nationalsozialismus überaus entlastend. “Vergangenheitsbewältigung” as usual.
Edit: Natürlich ergibt sich aus beschränkter AD-Perspektive aus dem Heni-Text eine brisante Frage. So schreibt Heni vom “Kapital”. Nun gut, er setzt “deutsch” davor, aber trotzdem - ist das nicht verdächtig? Ist Heni in Wahrheit ein Antisemit? Wenn das mal kein Thema für die nächste Ausgabe ist! Er hat “Kapital” geschrieben!!!


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