Monthly Archive for Juli, 2008

Westdeutsche erleichert: Endlich auch Juden!

Ein gutes Beispiel für Wie halluziniere ich nen (Neo)Nationalsozialismus her? ist Mario Möllers Text. Mit dem special feature: Die Westdeutschen sind die neuen Jüd/innen.

Ich mein’, ich bin mir schon dessen bewusst, dass fast jede/r Deutsche mal gerne NS-Opfer wäre - es hat sich da wohl aus einem mir nicht bekannten Grund die Anschauung etabliert, Opfer-Sein sei was Tolles, was wahrscheinlich jedes wirkliche NS-Opfer am Verstand des sich als Opfer Gerierenden zweifeln lässt -, aber dass da jetzt schon ganz Westdeutschland als neuer “Gesamtjude” bestimmt wird, find’ ich dann halt schon etwas übertrieben. Um’s mal so auszudrücken. Zum Hang zur Totalitarismustheorie, der da in dem Text durchscheint, sag’ ich erst gar nichts.

Der liebe Herr Möller soll sich doch bitte mal mit vulgären Nationalismus, der sich natürlich auch in der Form des Regionalismus äußern kann, beschäftigen. Und was er da als nationalsozialistische Betriebsmentalität umschreibt, ist hundsgewöhnliche “Wir sind ein Team”-Rhetorik. “Wir müssen zusammenhalten”, gratis Überstunden leisten etc, denn “dann können wir die Arbeitsplätze halten “/ “bringen wir Deutschland vorwärts”.

Und bevor ich’s vergesse: Marx’ Ausführungen zur Kolonisierung Indiens in Zusammenhang mit Ostdeutschland zu bringen, ist - wie soll ich mich ausdrücken? - jenseitig. Oder gibt’s in Ostdeutschland wirklich erst seit der Wiedervereinigung Kapitalismus? Echt jetzt? Krasse Scheisse! Da sagt man immer, die weißen Flecken würden immer kleiner und kleiner bzw. seien gar nimmer da - und dann: Ostdeutschland, bis vor kurzem noch ne vormoderne Gesellschaft!

Edit, glatt vergessen: bikepunk hat sich schon 2007 Möllers Umgang mit Ergebnissen empirischer Studien gewidmet, bei critique aujourd’hui fragt man sich in der Kommentarspalte auch, was das soll:

Totalitarismustheorie, Relativierung, Drogeneinfluss? [...] Man wünscht sich Untersuchungen über eine indirekte (vllt. selbst-therapeutische) Funktion solcher Texte, eine offenkundige gibt es nicht.

“Die Spielmarke wird aufgeklebt: jeder zu Freund oder Feind.”

Mein neues “Motto”. Yeah!

Heute steht ne unglaublich schwierige, weil ausgesprochen wichtige Entscheidung an.

Das hier?

Oder das hier?

Schwarz steht mir eigentlich besser, aber rot scheint mir noch mehr Revolutionsbereitschaft zu signalisieren! Was meinen meine Leser/innen? - Eine sich um Regression Bemühende bittet um Hilfe!

“Titel”

Müsste ich denn meinen derzeitigen geistigen Zustand betiteln, wäre wohl am ehesten Folgendes passend:
Wie aus einer “Debatte” um einen rassistischen Jungle-World-Artikel eine handfeste weltanschauliche Krise wurde.


Nunja. Schaden kann’s nicht. Lesen, nachdenken.

Edit:
Der Titel könnte auch lauten: Anständige Antideutsche und so.

daß “der kapitalismus” böse ist, ist ja wohl allseits bekannt.

gegen den kommunismus habe ich soviel wie gegen den kapitalismus.

Sonst noch was? Nein. Außer: Ich werde nicht mehr so viel hier sein, weil Forum.

Zwischendurch, “Alter”!

Ich habs aber mehr Cash! (Quelle: nichtlustig.de)

Ich hab' aber mehr Cash, Alter! (Quelle: nichtlustig.de)

11 Kinder

Ich wollte gestern noch eine US-Variante zu dem elenden Jungle-World-Beitrag schreiben. Bin aber gescheitert. Grund: Mir fielen auf die Schnelle nicht genug Stereotype ein, und lang nachdenken oder nachschlagen wollte ich dann auch nicht. Tja, relativ vorurteilsbefreit durch die Gegend zu hatschen (bzw. sich darum zu bemühen), hat eben auch Nachteile. Als hätte ich das nicht schon zuvor gewusst. Ich sollte man an meiner Informationsökonomie arbeiten.

Funktionen von Stereotype:

(a) Ökonomie: Maximierung von Informationsgehalt bei Minimierung des kognitiven Aufwands

[...]

Ziel: etwas dümmer werden. Dann klappt das auch mit den 11 Kindern. Watch out!

klein ist die welt

Wenn ich “als frauen definierte menschen” lese, verdrehe ich die Augen und surfe weiter auf liberale oder konservative Webseiten. (bonde, verbrochenes.net)

delano.verbrochenes.net:

Kritik des Geschlechterverhaeltnisses
Weitere Informationen folgen
.

jetzt tut’s mir doch leid, nicht stundenlang durch die gegend zu kurven mit ziel antifa-camp. wie sich so ne kritik des geschlechterverhältnisses gestaltet, die veranstaltet wird auf nem camp, dessen webpräsenz bei menschen gehostet wird, die den konvervativen und liberalen bei diesem thema mehr abgewinnen können, interessiert mich natürlich schon.

verdacht erhärtet!

angesichts meiner verfassung - erkältung - hier nur nochmal den kommentar, den ich bei dissi geschrieben habe.

keine hemmung zu lügen, wa? “zur debatte um antideutsche positionen” ist ein beitrag radkes und befindet sich natürlich im forum “Kapital, Staat und Nation”, wie sich jede/r überzeugen kann.

dein screenshot zeigt den thread zum grenzfall-text zur bahamas. und ja, der steht im besagten thread, geht’s doch um orientalismus.

das fragezeichen bei “islamhass” erklärt sich dadurch, dass mir derzeit noch nicht klar ist, wie man den antimuslimismus (?) bezeichnen soll. islamophia - sorry, ist leider im titel der studie drin, die ich da verlinkt habe.

dass du kein verständnis dafür hast, dass ich ein forum will, in dem diskutiert wird - und zwar mit menschen verschiedenster positionen -, ist mir schon klar. kann man doch genauso gut das immergleiche bloggen und dabei auch ein bisserl “übertreiben” (andere nennen das lügen).

nur weiter so!

ps: wo behaupte ich, dass das ein “emanzipatorisches forum” ist? aber lässig zu sehen, dass du den begriff zur diffamierung benutzt. sagt eh alles.

edit: ne, dissi lügt bzgl des ersten punktes nicht, stellt beides lediglich so nebeneinander, dass der anschein erweckt wird, der ad-beitrag befände sich im bösen unterforum.

klick, klick

krank

zum schmerzenden hals gesellte sich am nachmittag schwindel, am abend eine laufende nase. der derzeit nicht auffindbare fiebermesser würde mit an sicherheit grenzender wahrscheinlichkeit fieber anzeigen, wäre er denn auffindbar.

besuch meines bruders –> verschoben.

jetzt –> bett.

ich wünsche ein schönes restwochenende.

Die Linke starrt auf die Idole von Freiheit und Gleichheit wie das Kaninchen auf die Schlange. (Robert Kurz: Der Alptraum der Freiheit)

“Gereift”

Justus W., im Laufe der Jahre wie viele seiner Genossen zum Pfaffen der Kapitalherrschaft, ihrer Polizei und “Bildzeitung” gereift …

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User Generated Content

Hab ich homophob getextet? - Fragt unschuldig der um seinen guten Ruf besorgte Klassenlose. Um daraufhin seine AnhängerInnen um Beistand zu bitten: sie mögen doch bitte entscheiden. Jeder Euro ist ein Stimmzettel, so Röpke sinngemäß (jaja, er schrieb von Franken), den Markt beschwörend. Auch bei Kulla kann man abstimmen, jeder Kommentar ein Stimmzettel - heraus kommen dann mal Kullas Lyrics. Die, die es sich leisten können, beauftragen ein Marktforschungsinstitut mit einer Gruppendiskussion, die Anderen lassen kommentieren.

The same procedure.

Sehr praktisch.